Die Anfänge

Marburger Bund Zeitung
Impulskonferenz „Für ein familienfreundliches Krankenhaus“

Mit Ministerin Ursula von der Leyen ist Familienpolitik in einem Maße im Gespräch, wie es diesem Thema eigentlich schon viel länger gebührt. Vor allem auch deshalb, weil Familienpolitik viel mit dem Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun  hat – eine Tatsache, die nicht wirklich noch von irgendjemandem bestritten wird. 

Deshalb ist der Marburger Bund auch besonders erfreut darüber, dass Ministerin von der Leyen ausdrücklich das neue MB-Projekt „Für ein familienfreundliches Krankenhaus“ in Kooperation mit der Initiative „berufundfamilie“ der gemeinnützigen Hertie-Stiftung  unterstützt. 

Der Startschuss ins Projekt erfolgte mit einer Impulskonferenz in Berlin. Dort bot sich zum einen Gelegenheit, aus MB-Sicht darzulegen, warum dieses Thema gerade auch in den aktuell harten Zeiten tarifpolitischer Auseinandersetzungen im Interesse besserer Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern so wichtig ist. Diese bot aber auch Vertretern von Krankenhäusern, die im Rahmen des Projektes „berufundfamilie“ der Hertie-Stiftung bereits auditiert wurden, die Möglichkeit,  Einzelheiten über den Auditierungsverlauf und vor allem über die Konsequenzen und Impulse für ihr Krankenhaus zu berichten.

Thema muss in die Köpfe
Ziel der MB-Kampagne ist es, in die Krankenhäuser konkret die Ideen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu bringen und damit die Attraktivität des Arbeitsplatzes Krankenhaus zu erhöhen. „Neben der Normalisierung der Arbeitszeiten, deren Erreichung ein wichtiges Ziel in unserem aktuellen Tarifkonflikt ist, muss das Bewusstsein für Familienfreundlichkeit in die Krankenhäuser getragen werden. Die Krankenhausträger müssen dies endlich als Standortvorteil für die Gewinnung der knappen ,Ressource‘ Ärztin bzw. Arzt erkennen“, betonte dazu Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes, zu Beginn der Konferenz.

Die Chancen und Möglichkeiten einer familienbewussten Personalpolitik im Krankenhaus wurden von Stefan Becker, Geschäftsführer der „berufundfamilie“ gGmbH, vorgestellt. „Die krankenhausinterne Arbeitszeitorganisation mit flexiblen Arbeitszeitmodellen ist der wesentliche Faktor für die Verbesserung der Familienfreundlichkeit in den Krankenhäusern. Das Krankenhausmanagement vor Ort spielt also eine wichtige Rolle“, führte er dazu aus.
Dr. Magdalena Benemann, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin und Leiterin des Projektes im Marburger Bund, betonte, dass dies ein Schwerpunktthema des Verbandes im Jahr 2006 sei, „um gerade auch Ärztinnen im Krankenhaus zu halten bzw. ihnen nach Kindererziehungszeiten den Weg zurück ins Krankenhaus zu ermöglichen“.

Auf besonderes Interesse stießen in der Impulskonferenz die Ausführungen der beiden „Praktiker“, Jan-Christian Bücher, stellvertretender Geschäftsführer des Reha-Zentrums Lübben, und Dr. Bärbel Miemitz, Gleichstellungsbeauftragte der Medizinischen Hochschule Hannover, die über ihre Auditierungserfahrungen berichteten. Bücher betonte besonders, dass gerade für seine Einrichtung in einer ausgesprochen geografischen Randlage die zur Unternehmensphilosophie gehörende Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiger Standortvorteil sei.

Engagement ist Voraussetzung
Dr. Miemitz hob in ihrer Schilderung über die Auditierungsschritte an der MHH hervor, dass es stets einen engagierten Menschen vor Ort brauche, der zunächst das Problem „Vereinbarkeit Beruf und Familie“ an der richtigen Stelle im Unternehmen thematisiert, um dann entsprechende weitere Schritte, bis hin zur Auditierung, einzuleiten, bis sich das Projekt schließlich selbst trägt.
Im Verlauf der sehr engagierten Diskussion unter den Teilnehmern kristallisierten sich zwei zentrale Probleme heraus, die als besondere Hindernisse zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Ärztinnen und Ärzte beseitigt werden müssen:
1. Es braucht viel mehr flexible Arbeitszeitmodelle.
2. Fast alles steht und fällt mit einer adäquaten Kinderbetreuung. Ein Grundübel ist in diesem Zusammenhang die Regelung der wohnortbezogenen Kindergartenbezuschussung. Ein Problem, dessen sich Ministerin von der Leyen dringend annehmen sollte. Und Kinderbetreuung braucht es bei Ärztinnen und Ärzten zu ungewöhnlichen Zeiten. Aber nicht nur Kinder brauchen Betreuung, in zunehmendem Maße müssen auch Familienmitglieder gepflegt werden.
Die MBZ wird im Laufe des Jahres inhaltlich das Projekt begleiten und über die weiteren Schritte berichten. Schließlich sollen Ideen entwickelt werden, wie die zentralen Probleme angegangen werden können.

(MBZ, Nr.8/06)


Pressemitteilung 3. Mai 2006  -  Nr. 28/06
Marburger Bund startet Kampagne für familienfreundliches Krankenhaus

Der Ärzteverband Marburger Bund (MB) hat in Berlin eine Kampagne für ein familienfreundliches Krankenhaus im Rahmen einer Impulskonferenz gestartet. Ziel der Kampagne ist es, in die Krankenhäuser konkret die Ideen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu geben und damit die Attraktivität des Arbeitsplatzes Krankenhaus zu erhöhen. „Neben der Normalisierung der Arbeitszeiten, deren Erreichung ein wichtiges Ziel in unserem aktuellen Tarifkonflikt ist, muss das Bewusstsein für Familienfreundlichkeit in die Krankenhäuser getragen werden. Die Krankenhausträger müssen dies endlich als Standortvorteil für die Gewinnung der knappen ‚Ressource’ Ärztin bzw. Arzt erkennen“ betonte Armin Ehl, Hauptgeschäftsführer des Marburger Bundes.

Die Chancen und Möglichkeiten einer familienbewussten Personalpolitik im Krankenhaus wurden von Stefan Becker, Geschäftsführer der berufundfamilie gGmbH vorgestellt. „Die krankenhausinterne Arbeitszeitorganisation mit flexiblen Arbeitszeitmodellen ist der wesentliche Faktor für die Verbesserung der Familienfreundlichkeit in den Krankenhäusern. Das Krankenhausmanagement vor Ort spielt also eine wichtige Rolle“, so Stefan Becker.

Dr. Magdalena Benemann, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin und Leiterin des Projektes im MB, betonte, dass dieses „enorm wichtige Projekt“ ein Schwerpunktthema des Ärzteverbandes im Jahre 2006 sei, „um gerade Ärztinnen im Krankenhaus zu halten bzw. ihnen nach Kindererziehungszeiten den Weg ins Krankenhaus zurück zu ermöglichen.“

Veranstaltungsprogramm
Impulskonferenz am 25.04.2006 in Berlin

Residenz am Deutschen Theater
Reinhardtstraße 27a-31
10117 Berlin (Mitte)

11:00 Uhr
Begrüßung
Armin Ehl
Hauptgeschäftsführer Marburger Bund Bundesverband

Stefan Becker
Geschäftsführer berufundfamilie gGmbH

11:10 Uhr 
Die Kampagne „Für ein familienfreundliches Krankenhaus“ - Ziele und Beweggründe
Dr. Magdalena Benemann
Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin
Marburger Bund Bundesverband

11:30 Uhr
Chancen und Möglichkeiten einer familienbewussten Personalpolitik im Krankenhaus
Stefan Becker
Geschäftsführer berufundfamilie gGmbH

11:50 Uhr
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Standortfaktor für das Reha-Zenrum Lübben
Jan-Christian Bücher
stellv. Geschäftsführer Reha-Zentrum Lübben

12:30 Uhr
Mittagspause

13:30 Uhr
Familienbewusste Personalpolitik im Klinikalltag – ein Erfahrungsbericht
Hildegard Koppen
Marburger Bund / berufundfamilie gGmbH
Gleichstellungsbeauftragte; Klinikum Nürnberg

14:50 Uhr
Familienbewusste Lebens- und Arbeitsbedingungen an der Medzinischen Hochschule Hannover
Dr. Bärbel Miemietz
Gleichstellungsbeauftragte der Medizinischen Hochschule Hannover

15:00 Uhr
Ausblick auf zukünftige Veranstaltungen und Aktionen
Marburger Bund/berufundfamilie gGmbH

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