Presseinformationen

 Pressekontakt

Berlin, 2. Dezember 2010

Der Marburger Bund zum Runden Tisch „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ - Experten verständigen sich mit BMG auf Maßnahmenpaket

Die Teilnehmer des beim Bundesgesundheitsministerium angesiedelten Runden Tisches "Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Gesundheitswesen", zu denen auch der Marburger Bund gehört, haben sich gestern bei ihrer zweiten Sitzung auf ein Maßnahmenpaket verständigt. So sollen beispielsweise alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, die Durchführung des Medizinstudiums in Vollzeit zu erleichtern. Darüber hinaus sei auch eine stärkere Flexibilisierung der praktischen Studienanteile hilfreich, heißt es in den Empfehlungen. Hemmnisse in der Ausbildung aller Gesundheitsberufe müssten beseitigt werden:

• Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) werde prüfen,
  ob und inwieweit  Änderungen der Ausbildungsregelungen erforderlich sind.

• In den Ländern werde geprüft, ob und inwieweit die Ausbildungsordnungen
  anzupassen sind.

• Krankenhausträger, Universitäten und Universitätskliniken sollen Modelle der guten
  Vereinbarkeit von Familie und Beruf einschließlich Teilzeitkonzepten entwickeln.

Auch die Weiterbildung der Ärzte soll verbessert werden. Bisher werde von der Möglichkeit einer Weiterbildung in Teilzeit zu wenig Gebrauch gemacht. Die Bundesärztekammer und die Ärztekammern sollen deshalb darauf hinwirken, dass die bestehenden Möglichkeiten besser ausgeschöpft werden. Die Landesärztekammern werden aufgefordert, ihre Weiterbildungsregelungen zu vereinheitlichen, damit bei Wechsel des Landes keine Anerkennungsprobleme auftreten.

„In den Kammerbezirken, Krankenhäusern und Praxen müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, vermehrt Weiterbildung in Teilzeit absolvieren zu können: Dazu gehören insbesondere Weiterbildungsstrukturen, Ausbau von Verbundweiterbildung und Personalentwicklungsmaßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern“, fordern die Teilnehmer des Runden Tisches.

Die Freischaltung einer Internetplattform, die u.a. Beispiele von Krankenhäusern mit familienfreundlichen Arbeitsbedingungen und Konzepten des lebensphasengerechten Arbeitens aufzeigt, erfolge Anfang 2011. Hierzu hat das Bundesministerium für Gesundheit ein Projekt gefördert, das durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft  koordiniert wird. „Die Internetseite wird Ansprechpartner für die Modelle nennen und für weitere Krankenhäuser offen sein, die ihre Projekte zu diesem Thema vorstellen wollen.“

Die Aktivitäten des Marburger Bundes finden ausdrücklich Erwähnung: „Auch der Marburger Bund bietet durch seine Kampagne ‚Für ein familienfreundliches Krankenhaus’ Krankenhäusern sowie Ärztinnen und Ärzten Information, Beratung und ein Netzwerk zur Implementierung familienfreundlicher Strukturen. Hieran beteiligen sich inzwischen 170 Krankenhäuser“, heißt es in den Empfehlungen.

Die Teilnehmer des Runden Tisches äußerten die Absicht, ihre Arbeit fortzusetzen und spätestens nach Ablauf eines Jahres über den Stand der Umsetzung der Empfehlungen zu berichten. An den bisherigen zwei Sitzungen nahmen u.a. Vertreterinnen und Vertreter der Krankenhäuser, der Ärzteschaft, der Pflegenden und Pflegeeinrichtungen, der Länder und des GKV-Spitzenverbandes teil.

© 2009 Marburger Bund