FÜR KRANKENHÄUSER

Eine familienfreundliche Arbeitswelt
ist in jedem Krankenhaus umsetzbar!

Eine familienfreundliche Arbeitswelt für Ärztinnen und Ärzte zeichnet sich für ein Krankenhaus in vielfacher Weise aus,
  • weil es als attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber wahrgenommen wird;
  • weil die große Mehrzahl der Ärztinnen und Ärzte einen qualifizierten Beruf und ein glückliches Familienleben verbinden will;
  • weil zufriedene Ärztinnen und Ärzte motivierter arbeiten;
  • weil es der demografischen Entwicklung und dem steigenden Anteil erwerbstätiger Ärztinnen gerecht wird;
  • weil medizinischer Fortschritt auch auf den Impulsen sowie der qualifizierten Aus- und Weiterbildung der Nachwuchskräfte basiert;
  • weil hoch qualifizierte Mediziner gewonnen, stärker an das Krankenhaus gebunden und somit Fluktuationen zu Lasten der Patienten reduziert werden können.
  • weil es auch in Zukunft seinen Bedarf an qualifizierten Ärztinnen und Ärzten sichern kann.

Die Mitgliederbefragungen des Marburger Bundes in den vergangenen Jahren zeigen, in welchen Bereichen überwiegend Handlungsbedarf zur Umsetzung einer familienfreundlichen Arbeitswelt für Ärztinnen und Ärzte besteht:

ARBEITSZEITGESTALTUNG
Das Angebot flexibler Arbeitsmodelle und planbare Arbeitszeiten im Krankenhaus ist ein zentraler Wunsch vieler Ärztinnen und Ärzte. Gerade im ärztlichen Dienst werden die hohe Arbeitszeitbelastung und das Festhalten an alten Arbeitszeitmodellen kritisiert. Das gilt insbesondere für die Lebensphasen der Familiengründung und der Angehörigenpflege.

Junge Ärztinnen und Ärzte legen besonders viel Wert darauf, Beruf und Privatleben während der Weiterbildung zum Facharzt gut unter einen Hut zu bekommen. Dies spielt vor allem dann eine besondere Rolle, wenn Kinder zu betreuen sind. Auf ein solches Betreuungsangebot an ihrem Krankenhaus können 22 Prozent der im MB-Monitor 2014 befragten Ärzte zurückgreifen. Flexible Arbeitszeiten kennen nur 8 Prozent der Befragten, planbare Arbeitszeiten immerhin 33 Prozent. Jeder fünfte Befragte gibt an, dass an seinem Krankenhaus verschiedene Arbeitszeitmodelle angeboten werden.

Nicht nur, wenn es um die Versorgung von Kindern geht, müssen sich Arztberuf und Familie vereinbaren lassen, sondern immer häufiger auch bei der Pflege von Angehörigen. Die Möglichkeiten der Freistellung sind sehr unterschiedlich und abhängig davon, ob kurzzeitige Pflege, Pflegezeit oder Familienpflegezeit in Anspruch genommen werden soll. So muss der Arbeitgeber bei der seit 1. Januar 2012 möglichen Familienpflegezeit zustimmen und mit dem Arbeitnehmer eine Vereinbarung schließen. Hier existieren an Krankenhäusern erst wenig erprobte Modelle für den ärztlichen Dienst.

Für die Gestaltung von Arbeitszeitmodellen im ärztlichen Dienst sind krankenhaus- bzw. abteilungsspezifische und individuelle Lösungen erforderlich, mit denen die notwendige Balance zwischen Patientenorientierung, Mitarbeiterbedürfnissen und wirtschaftlichen Erfordernissen hergestellt werden kann.

BETREUUNGSANGEBOTE
Familienfreundliche Betreuungsangebote stellen im ärztlichen Dienst eine besondere Herausforderung dar. Bei der Kinderbetreuung geht es nicht nur um das Angebot von Betreuungsplätzen. Ein zentrales Thema sind die Öffnungszeiten von Kita und Kindergarten, die häufig nicht mit den ärztlichen Dienstplänen zusammen passen. Insgesamt können Ärztinnen und Ärzte gerade in der Kinder- und Familienbetreuung durch vielfältige Maßnahmen des Krankenhauses unterstützt werden. Diese reichen von der Vorhaltung und Nutzung betriebseigener Einrichtungen bis zur organisatorischen und finanziellen Unterstützung bedarfsgerechter Betreuungsmöglichkeiten. Auch hier kommt es auf die Mitarbeiterstruktur und das strukturelle Umfeld des jeweiligen Krankenhauses an.

WIEDEREINSTIEG IN DEN ARZTBERUF
Aufgrund der demographischen Entwicklung und des bereits in einigen Regionen und Fachgebieten festzustellenden Ärztemangels ist es eine der zentralen Aufgaben der Personalentwicklung, qualifizierte Ärztinnen und Ärzte zu gewinnen und langfristig zu binden. Hier gilt es für Krankenhäuser verstärkt, qualifizierte Ärztinnen und Ärzte auch während und nach einem längeren beruflichem Ausstieg - wie nach einer Familienpause oder Phasen der beruflichen Neuorientierung - wieder für die medizinische Tätigkeit im Krankenhaus zu gewinnen. Helfen können dabei Maßnahmen, die den Wiedereinstieg erleichtern. Das können zum Beispiel Kontakthalte- und Wiedereinstiegsprogramme, spezielle Fortbildungsmaßnahmen oder die Möglichkeit von Arbeitseinsätzen während der Familienzeiten sein. Durch nachhaltige Wiedereinstiegs- oder Begleitprogramme können Krankenhäuser die erheblichen Kosten, die mit jeder Neubesetzung einer qualifizierten Stelle verbunden sind, reduzieren.

UNTERNEHMENSKULTUR
Allein das Angebot familienfreundlicher Maßnahmen zeigt nicht, wie diese vom Krankenhaus auch tatsächlich umgesetzt und gelebt werden. Hier kommt es entscheidend auf eine familienfreundliche Unternehmenskultur an:

Führt die Wahrnehmung von Familienaufgaben im Krankenhaus zum Karriereknick oder wird sie von der Krankenhaus- und Abteilungsleitung positiv kommuniziert und gefördert?

Positionieren sich Krankenhäuser als familienfreundlicher Arbeitgeber erkennbar nach Außen? Bei der Internetrecherche für das Krankenhausregister hat sich gezeigt, dass hier Defizite bestehen. Familienfreundliche Aussagen und Angebote sind oftmals nicht sofort auf den Webseiten zu finden. Hier gibt es noch Potenzial für familienfreundliche Krankenhäuser.

Eine Auswahl weiterer Informationsquellen zur Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen finden Krankenhäuser unter unseren SERVICEANGEBOTEN.

„Ja ich mache mit..."

Wenn Sie in Ihrem Krankenhaus bereits familienfreundliche Maßnahmen für Ärztinnen und Ärzte umsetzen, möchten wir Ihnen die Gelegenheit geben, ein besonders erfolgreiches Beispiel auf unserer Website www.familienfreundliches-krankenhaus.de zu präsentieren. Engagieren Sie sich mit dem Marburger Bund für ein familienfreundliches Krankenhaus für Ärztinnen und Ärzte.

... und so geht’s!"

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